Burn The Diaries, Read Them Out Loud
Über das Kommentieren, Editieren und Produzieren von Text in zeitgenössischer Kunst
6. Juni – 19. Oktober 2025
Kuratorin
Die Ausstellung Burn The Diaries, Read Them Out Loud umfasste ein Programm aus Performance, Lesungen und diskursivem Austausch mit dem Schwerpunkt auf Text in der zeitgenössischen Kunst. Konzipiert als eine Gruppenausstellung im Prozess, standen die zu Beginn installierten Kunstwerke im Dialog mit zahlreichen performativen Interventionen, die über einen Zeitraum von vier Monaten in und um die Kunsthalle Wien Karlsplatz stattfanden. Das Format nahm die Praxis des Kommentierens, Editierens und Schreibens in der Kunst in den Blick: Der Text wurde dadurch nicht ausschließlich als vorläufige Notiz, sondern als das Skelett des Kunstschaffens getestet. Die Ausstellung diente als Blatt, auf dem Kunstwerke und Performances als zusammenhängende Notizen vermerkt wurden – sie zitierten und erprobten sich selbst und einander.
Künstler*innen, die Text in ihren Arbeiten verwenden, wurden eingeladen, die Ausstellung als Produktions- und Experimentierraum zu nutzen. Ein vom Künstler Ian Waelder in Absprache mit den Künstler*innen, der Kuratorin und der Institution speziell konzipiertes Display bildete eine interaktionsbereite Kulisse sowie einen Ort der Referenz und Begegnung.
Die Künstler*innen und Theoretiker*innen Anahita Asadifar, Sanna Helena Berger, Lara Dâmaso, Joshua Leon, Ville Laurinkoski, Prosopopoeia, Rietlanden Women’s Office, Lisa Robertson, Shanzhai Lyric, Miriam Stoney, Ian Waelder und Eleanor Ivory Weber waren Teil des Programms. Jede*r Künstler*in wurde eingeladen, in der Ausstellung sowohl ein materielles Werk als auch einen Live-Kunstbeitrag – beispielsweise eine Lesung, eine Performance oder einen Workshop – zu präsentieren.
kunsthallewien.at/ausstellung/burn-the-diaries-read-them-out-loud
Wichtiger Hinweis: Die Kunsthalle Wien hat einen Workshop der Künstler*innen Anahita Asadifar und Sam Dolbear abgesagt, zu dessen Durchführung die Kuratorin Gina Merz sie im September 2025 im Rahmen der Ausstellung eingeladen hatte. Der Workshop war zu Walter Benjamin und politisch engagierter Kunst geplant; als Grund wurden unvorhergesehene Personalengpässe angeführt, nachdem die Künstler*innen wiederholt um eine schriftliche Klarstellung gebeten hatten, ob und wie sie aktuelle politische Themen ansprechen dürften, darunter Kritik an den Maßnahmen der israelischen Regierung in Gaza und im Westjordanland, regionale militärische Gewalt, westliche Waffenexporte, staatliche Repression, die Diffamierung von nicht- und antizionistischen Juden und Jüdinnen und Palästinenser*innen sowie Kritik am Kapitalismus und an andernorts stattfindenden Völkermorden.





